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KLARA / Studie zur Häufigkeit und Intensität meteorologischer Ereignisse mit großem Schadenpotential in Baden-Württemberg

KLARA / Studie zur Häufigkeit und Intensität meteorologischer Ereignisse mit großem Schadenpotential in Baden-Württemberg
Ansprechpartner:Dr. M. Kunz
Projektgruppe:IMK-TRO
Förderung:Land BW
Verbundprojekt KLARA (Klimaänderung - Auswirkungen, Risiken, Anpassung)
  Im Auftrag des Umweltministeriums Baden-Württemberg
  Projektträger: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Landesanstalt für Umweltschutz (LfU)
  Abschlussbericht verfügbar

Projektbeschreibung

In dem Vorhaben im Rahmen des Verbundprojekts KLARA (Klimawandel – Auswirkungen, Risiken, Anpassung) des Landes Baden-Württemberg wurde untersucht, ob in den vergangenen Jahren eine Zunahme an Gewitterstürmen im Gebiet von Baden-Württemberg als mögliche Folge eines anthropogenen Treibhauseffekts bereits erkennbar ist.

Aufgrund der hohen räumlichen und zeitlichen Variabilität dieser Ereignisse wurden Daten verschiedener Messsysteme ausgewertet:

  • Schadensummen der SV-Gebäudeversicherung aufgrund von Hagelschlag (1986-2004),
  • Daten synoptischer Stationen des Deutschen Wetterdienstes (1949-2000),
  •  Radiosondendaten (1971-2003),
  •  Daten IMK-Radar (1998-2002).

Sowohl die Schadensummen (korrigiert) als auch die Anzahl der Schadenmeldungen der SV-Gebäudeversicherung zeigen trotz starker jährlicher Schwankungen eine nahezu dramatische Zunahme in den vergangenen 20 Jahren. Annähernd dasselbe Bild ergibt sich für die aus den Daten abgeleitete Anzahl der Hageltage pro Jahr. Insgesamt konnte in einigen Gemeinden eine Zunahme von über 400 % in den vergangenen 19 Jahren beobachtet werden (Abbildung 2).

Ein positiver Trend der Gewitterereignisse kann ebenfalls an einzelnen SYNOP-Stationen beobachtet werden. Allerdings lässt sich dieses Ergebnis aufgrund der geringen Anzahl der Stationen nicht ohne weiteres auf das gesamte Gebiet von Baden-Württemberg übertragen. Daher wurden außerdem die atmosphärischen Bedingungen, ausgedrückt durch verschiedene Stabilitätsmaße, als notwendige Voraussetzung für die Auslösung von Konvektion anhand von Vertikalprofilen an der Radiosondenstation Stuttgart zwischen 1971 und 2003 untersucht. Vor allem bei der CAPE, die ein Energiemaß für den Auftrieb in der Atmosphäre darstellt, ergab sich ein erheblicher Anstieg sowohl bei der Anzahl der Tage über definierten Schwellenwerten (Abbildung 3) als auch bei den Jahresmaxima. Dieser Anstieg kann auf eine starke Zunahme der bodennahen Luftfeuchte seit den 70-er Jahren zurückgeführt werden.

Um weiterhin zu überprüfen, inwieweit die aus den Radiosondendaten abgeleiteten Konvektionsindizes, insbesondere die CAPE, tatsächlich Rückschlüsse auf Gewitterereignisse zulassen, wurden zusätzlich hochaufgelöste Daten des IMK-Radars zwischen 1998 und 2002 herangezogen. Ein direkter Vergleich zwischen den Daten ergab in zwei von drei Fällen eine Übereinstimmung.
 


Abbildung 1: Gewitterstürme im Radarbild und ihre Folgen.


Abbildung 2: relative Zunahme in der Anzahl Hageltage zwischen 1986 und 2004 nach Daten der SV-Gebäudeversicherung für 3-stellige Plz-Bereiche.


Abbildung 3: Anzahl der Tage pro Jahr, an denen die CAPE über den angegebenen Schwellenwerten lag (5-jähriger gleitender Mittelwert als gepunktete Linien).