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ATMO Forensic Prediction System, CEDIM

ATMO Forensic Prediction System, CEDIM
Ansprechpartner:

Dipl.-Met. B. Mühr, Dr. M. Kunz

Projektgruppe:

IMK-TRO 

Förderung:

CEDIM 

Im Rahmen des Projekts “ATMO Forensic Prediction and Analysis“ werden Methoden entwickelt, mit denen zu erwartende Schadensummen durch schwere Winterstürmen über Europa auf der Grundlage von Vorhersagen und Messungen abgeschätzt werden können. Dieses Projekt ist Teil des Schwerpunkts der zeitnahen forensischen Katastrophenanalyse (FDA) von CEDIM.

Aus repräsentativ ausgewählten und zuverlässigen Stations-Messwerten (Spitzenböen) werden für vergangene Sturmereignisse zunächst verschiedene (gewichtete oder ungewichtete) Sturmindizes berechnet, die sowohl die Intensität als auch die räumliche Ausdehnung der Windfelder berücksichtigen. Parallel zu den Beobachtungen werden Modellvorhersagen des GFS und CFS an die jeweilige Situation mit Hilfe eines MOS (Model-output statistics) angepasst. Unter Hinzunahme von Böenparametrisierungen, die z.B. auch die Schichtung der Atmosphäre berücksichtigen, lassen sich die simulierten Böen weiter an die gemessenen anpassen.

Vergangene Sturmtiefs werden mit einem zu entwickelnden Schadenindex klassifiziert. Dieser umfasst beispielsweise die Anzahl beschädigter Häuser, die Anzahl der Toten oder die gesamte Schadensumme. Alle Sturmereignisse (vergangene und zukünftige) werden in eine Datenbank eingepflegt. Als Parameter dienen Name, Datum, betroffene Region, Modelldaten, Messdaten und Schadendaten. Anhand von Modell-Vorhersagedaten kann dann der Index eines bevorstehenden Sturmes bereits vor dessen Eintritt
abgeschätzt werden. Ensembleprognosen geben dabei außerde Auskunft über die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses, die wahrscheinlichste Intensität und betroffene Fläche und damit den zu erwartenden Schadenindex.

Die Berechnungen und Abschätzungen sollen in ein „Sturm-MOS“ münden, das mit hinreichender Wahrscheinlichkeit und Genauigkeit ein Sturmereignis beschreiben kann und mit dem sich eine Schadenfunktion aufstellen lässt. Spätestens mit Eintritt eines Sturmereignisses und der Kenntnis der repräsentativen Windmessungen einerseits und der vorhergesagten Windgeschwindigkeiten andererseits liefern die Sturmindizes den zugehörigen Schadenindex. 

 

 

Abbildung: Wintersturm "Joachim"; mit 850 hPa Windvorhersage (GFS Modell) für den 13.Dezember 2011.