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Extratropische Meteorologie

Welche Rolle spielen warmfeuchte Luftmassen bei der Entstehung von Winterorkanen?

Mitglieder der AG „Atmosphärische Dynamik“ haben durch Analyse einer modifizierten Form der Drucktendenzgleichung abschätzen können, wie stark der Beitrag der Freisetzung latenter Wärme zur explosiven Vertiefung von vier schweren europäischen Orkanen der letzten 15 Jahre war. Bei den Stürmen Xynthia (2010) und Lothar (1999) waren es bis zu 60%, während bei Martin (1999) und Kyrill (2007) dieser Beitrag fast um die Hälfte kleiner war. Das ist ein relevanter Beitrag zur Frage der Stärke von Winterorkanen in einer wärmeren und feuchteren Welt.

Ein Absinken des Bodendrucks, welcher oft das Herannahen eines Tiefdruckgebietes anzeigt, bedeutet, dass sich die Masse der Luft in der vertikalen Säule über dem Barometer verringert. Würde das Barometer im Kern eines wandernden Tiefdruckgebietes  mitgeführt und würde sich das Tiefdruckgebiet verstärken, d.h. der Barometerdruck fallen, bedeutet dies, dass Masse aus der über dem wandernden Tiefkern liegenden atmosphärischen Säule herausfließt. Wie kann das passieren? Eine Möglichkeit ist, dass sich die Luftsäule erwärmt – recht intuitiv, denn warme Luft ist leichter als schwere. Dies muss aber in der Atmosphäre nicht immer zum Druckfall führen, wie in der