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ICON-ART

 

ICON-ART, wobei ART für Aerosols and Reactive Trace gases steht, ist eine Erweiterung von ICON (ICOsahedrisches Nichthydrostatisches Modell, entwickelt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem Max-Plank-Institut für Meteorologie Hamburg (MPI-M)) um die Simulation von Gasen, Aerosolpartikeln und die damit verbundenen Rückkopplungsprozesse in der Atmosphäre zu ermöglichen. Im derzeitigen Entwicklungsstadium kann mit ICON-ART die Ausbreitung von Mineralstaub- und Seesalzaerosol und deren Wechselwirkungen mit Wolken simuliert werden. Zusätzlich wurde in einer gemeinsamen Entwicklung mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) die Ausbreitung von Vulkanaschepartikeln und radioaktiven Substanzen für die operationelle Vorhersage verfügbar gemacht. Die Gruppe Globale Modellierung (MOD) des IMK-ASF hat dem Modell stratosphärische ozonabbauende kurzlebige Spurengase, eine linearisierte Ozonchemie und ein Photolysemodul hinzugefügt. Für eine nähere Beschreibung von ICON-ART sei verwiesen auf

Rieger et al.: ICON-ART 1.0 - a new online coupled model system from the global to regional scale (2015).

 

Lizenz

Um eine ICON-ART Lizenz zu erhalten, wenden Sie sich bitte an Bernhard Vogel.

Anwendungsbeispiele

Aceton Volumenmischungsverhältnis, angetrieben durch biogene Emissionen des Projekts MEGAN-MACC, simuliert mit ICON-ART mit einer Auflösung von R2B06 auf Modell-Level 84 (etwa 500 m über der Erdoberfläche).

Massenmischungsverhältnis von Vulkanasche, die von einem künstlichen Vulkan auf Island über 21 Stunden emittiert wurde. Dargestellt in einer Höhe von etwa 2400 m.

Vertikal integrierte Aerosol Optische Dicke (AOD) von Mineralstaub.

Trainingskurs für das Modellsystem ICON-ART

Vom 12. bis 15. October 2015 fand im hessischen Langen der 2. ICON-ART Trainingskurs statt. Dieser wurde vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Meteorologie und Klimaforschung (IMK-TRO) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) organisiert. Dabei konnten die knapp 30 Teilnehmer nicht nur einen Einblick in das zukünftige Wettervorhersagemodell ICON gewinnen und erste Simulationen damit durchführen. Es wurde ihnen auch die Bedeutung von Aerosolen (kleine, flüssige oder feste Schwebeteilchen in der Luft) für Wettergeschehen, Luftfahrt und Klima in Theorie und Praxis nahe gebracht.

Die Teilnehmer konnten Simulationen mit ICON-ART durchführen. Diese umfassten die Ausbreitung einer Vulkanaschefahne, wobei die Teilnehmer virtuell verschiedene Vulkane ausbrechen lassen konnten, Chemiesimulationen mit einer einfachen Ozonchemie und ein radioaktiver Störfall. Des Weiteren konnte die Ausbreitung von Seesalzpartikeln simuliert werden. Seesalz hat einen großen Anteil an der globalen Aerosolmenge und nimmt unter anderem in der Wolkenbildung eine wichtige Rolle ein.

Wir freuen uns darauf, diesen Kurs auch im nächsten Jahr wieder ausrichten zu können. Das ICON-ART Team unter der Leitung von Dr. Bernhard Vogel umfasste Dipl.-Met. Daniel Rieger, M. Sc. Jennifer Schröter, Dipl.-Met. Carolin Walter und Dr. Heike Vogel vom KIT. Unterstützung erhielt es von Dr. Florian Prill, Dipl.-Met. Jochen Förstner und Dr. Daniel Reinert vom DWD.