Institute of Meteorology and Climate Research

Study Abroad | Reviews from Meteorology Students

Nadine: Internship at the Atlantic Oceanographic & Meteorological Laboratory (AOML), Miami, USA (3 Months)

Markus: Study at the Istanbul Technical University, Istanbul, Turkey (5 Months)

Maiken: Study at the University Centre in Svalbard (UNIS), Longyearbyen, Spitsbergen, Norway (5 Months)

Philipp: Study at the Tel Aviv Universität (TAU) & Messkampagne HEADS, Tel Aviv-Jaffa, Israel (12 Months)

Sinan: Study at the University of Leeds, Leeds, England (6 Months)

Jutta: Internship at the University of Leeds, Leeds, England (5 Months)

Marie: Internship at the Geophysical Institute, University of Alaska, Fairbanks, USA (9 Months)

 

 

 

Nadine (Internship, 3 Months)
Atlantic Oceanographic & Meteorological Laboratory (AOML), Miami, USA

Nadine FloridaDa ich mich schon sehr lange für Stürme und andere Naturgewalten interessiere, war es schon mit 13 Jahren mein Traum, in Hurricanes hineinzufliegen und auch mehr über die Erforschung von tropischen Wirbelstürmen zu erfahren. Für die Verbesserung der Datenassimilation – und somit auch der Vorhersage - , die Modellierung von Hurricane-Daten und die Untersuchung der Zugbahnen von tropischen Systemen ist das Hurricane Research Division (HRD) im Atlantic Oceanographic & Meteorological Laboratory (AOML) auf Virginia Key (nahe Miami) zuständig.

Nachdem ich Anfang September des Jahres 2016 meine Bachelorarbeit abgegeben habe, machte ich mich ein paar Tage später auf eigene Faust für ein dreimonatiges Praktikum im HRD auf den Weg nach Miami. Durch Prof. Dr. Sarah C. Jones und ihre Kontakte zum dortigen Institut wurde alles Organisatorische in die Wege geleitet. Dort wirkte ich in der Datenassimilation von Daten vergangener tropischer Stürme sowie von Hurricanes mit, lernte, wie solche Beobachtungsdaten aufgebaut sind und wie so eine Datenassimilation in „real life“ erfolgt.

Das Highlight dieses Aufenthaltes war der Flug in Hurricane „Matthew“ in der Nacht des 05. Oktober 2016. Dabei flogen wir mit insgesamt sechs Piloten, über zehn Ingenieuren und – mit mir – zwei „Gästen“ in einer P3-Aircraft von der MacDill Air Force Base in Tampa aus in den tropischen Wirbelsturm der Kategorie 3 hinein. Zu dieser Zeit ist er bereits über Kuba hinweg gezogen und nahm Kurs auf Florida. Das Ziel hierbei – und auch bei Flügen in andere tropische Systeme – ist es, durch Fallsonden Daten über die vorherrschenden Windgeschwindigkeiten, den Luftdruck, die Lufttemperatur und die Luftfeuchte zu erfassen. Hierzu fliegt die P3-Aircraft vier bis fünf Stunden lang in etwa 400 Metern bis drei Kilometern Höhe eine sogenannte „Schmetterlingsstruktur“ durch das Auge und die Eyewall, in der die Fallsonden aus dem Messflugzeug befördert werden und der Niederschlag mithilfe von Radaren erfasst wird. Die aufgenommenen Daten werden dann an das National Hurricane Center (NHC) in Miami gesendet. Desweiteren werden mithilfe dieser Daten die Wechselwirkungen zwischen Ozean und Hurricane untersucht. Ein solcher Flug ist übrigens auch die beste Art, seinen Magen kennenzulernen.

Neben dem Kennenlernen vieler netter und hilfsbereiter Kollegen, des Arbeitsalltags und vieler aufgeschlossener Menschen außerhalb des Instituts habe ich an Wochenenden viele Ausflüge wie z.B. in die Everglades, nach Ft. Lauderdale, Sanibel Island, Key Biscayne etc. unternommen. Was ich bis dato auch nicht wusste: Die originale Ortschaft Hollywood befindet sich zwischen Miami und Ft. Lauderdale an der Ostküste Floridas.